Freizeitladen

'Region Ost - Ostdeutschland '
Ringer T-Shirt
weiß/schwarz

Region Ost - Ostdeutschland  | Ringer T-Shirt | weiß/schwarz

Der Begriff Ostdeutschland kann sowohl geographisch, politisch als auch sozio-kulturell verstanden werden, ist aber schwer abgrenzbar. Er wird im politischen Sinn definiert als Synonym für die neuen Bundesländer und wurde vor 1990 auch zur Bezeichnung der DDR verwendet.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Begriff 'Ostdeutschland' relativ selten verwendet; Oberbegriffe waren eher in nordsüdlicher Richtung gebräuchlich, insbesondere Norddeutschland und Süddeutschland. Unter Ostdeutschland wurde die Region östlich der Elbe, gelegentlich auch der Oder, verstanden. Diese zur historischen Germania Slavica zählenden Gebiete standen im Norden vornehmlich unter Preußens Einfluss.

Insbesondere in Thüringen und zuweilen auch in Sachsen-Anhalt stößt es auf Unverständnis, wenn die Bewohner von den Medien als 'Ostdeutsche' bezeichnet werden - mit dem Verweis auf die geographische Lage in der Mitte Deutschlands. So liegt beispielsweise Erfurt westlicher als Regensburg und München, außerdem auch Eisenach westlich des geographischen Mittelpunktes Deutschlands und rund 220 Kilometer weiter westlich als Passau. Bewohner der einzelnen Gebiete empfinden sich insofern mehr als Zugehörige zu einer bestimmten, geographisch umrissenen und historisch gewachsenen Region, statt als Angehörige von zwei ehemals durch den 'Eisernen Vorhang' getrennten Teilen Deutschlands.

Hier geht es zum Artikel

Anbieter Zazzle

Nachtgedanken


Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.

Die Jahre kommen und vergehn!
Seit ich die Mutter nicht gesehn,
Zwölf Jahre sind schon hingegangen;
Es wächst mein Sehnen und Verlangen.

Mein Sehnen und Verlangen wächst.
Die alte Frau hat mich behext,
Ich denke immer an die alte,
Die alte Frau, die Gott erhalte!

Die alte Frau hat mich so lieb,
Und in den Briefen, die sie schrieb,
Seh ich, wie ihre Hand gezittert,
Wie tief das Mutterherz erschüttert.

Die Mutter liegt mir stets im Sinn.
Zwölf lange Jahre flossen hin,
Zwölf lange Jahre sind verflossen,
Seit ich sie nicht ans Herz geschlossen.

Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land,
Mit seinen Eichen, seinen Linden,
Werd’ ich es immer wiederfinden.

Nach Deutschland lechzt ich nicht so sehr,
Wenn nicht die Mutter dorten wär;
Das Vaterland wird nie verderben,
Jedoch die alte Frau kann sterben.

Seit ich das Land verlassen hab,
So viele sanken dort ins Grab,
Die ich geliebt — wenn ich sie zähle,
So will verbluten meine Seele.

Und zählen muß ich — Mit der Zahl
Schwillt immer höher meine Qual;
Mir ist, als wälzten sich die Leichen,
Auf meine Brust — Gottlob! Sie weichen!

Gottlob! Durch meine Fenster bricht
Französisch heitres Tageslicht;
Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen
Und lächelt für die deutschen Sorgen.

Heinrich Heine (1797-1856), deutscher Dichter und Journalist
Diese Seite wurde am 19.10.2018 um 18:22 Uhr (MEZ) aktualisiert.